Review: Der Krieger und die Kaiserin

movie_der_krieger_und_die_kaiserinBodo: „Und was mach ich jetzt?“
Bodo: „Tschüss.“

Franka Potente spielt die Krankenschwester Sissi in einer geschlossen Anstalt neben  Benno Fürmann als Bodo, einem ehemaligen Soldaten, der nach einem tragischen Todesfall droht, in die Kriminalität abzurutschen. In diesem Film von 2000 (Drama/Romanze ) spielen Worte nur die Nebenrolle. Emotionen, Schicksale und Charakterentwicklung stehen im Vordergrund. Es ist ein ungewöhnlicher und langsamer Film, in dem man die unterschiedlichsten Momente genießen kann. Und muss. Kann oder will man keine 2 Gänge im Vergleich zum normalen Drama runterschalten, sollte man besser etwas anderes ansehen.

Sissi lernt Bodo unter seltsamen Umständen kennen und Kontakt zu ihm ist nur schwer herzustellen. Sie ist unbewusst aber willentlich in der psychiatrischen Anstalt als Pflegeschwester gefangen und kennt das Leben außerhalb der Klinik nicht. Trotz ihrer Weltfremdheit ist sie nicht auf den Kopf gefallen und entwickelt den Willen nach Veränderung. Bodo hangelt sich von Job zu Job und sitzt seit seinem Trauma psychisch fest . Die Starre lässt ihn regelmäßig Alpträume erleiden und eine Besserung in weite Ferne rücken. Sie spürt seit ihrer ersten ungewöhnlichen Begegnung ein Band zwischen ihnen, gegen das sich er aus Unverstand wehrt. Und wie bei „Resevoir Dogs“ löst ein missglückter Banküberfall die weitere Entwicklung des Films aus. Es geht aber mehr um „Scheißhäuser“ als um Ohren. 😛

Handlungen mit so wenig Spoiler wie möglich zu schreiben ist echt eine Kunst.

Ich mag den Film. Die Hauptcharaktere sind schicksalsbehaftet, mysteriös und gut gespielt. Die Handlung wirkt alltäglich, umständlich und mit wenig Außergewöhnlichem beschert. Genau das macht sie glaubhaft und nachvollziehbar. Sie ergänzt die in diesem Filmuniversum lebenden Charaktere und ihre Geschichten, sodass die wenigen krassen Schnitte, aber auch nur unerwartete Handlungen, sehr intensiv wirken. Besonders positiv sind mir die Nebendarsteller in der Klinik aufgefallen, da sie die gespielten Patienten überzeugend präsentieren und die Atmosphäre in der Anstalt dominieren. Der unbedarfte Zuschauer dürfte sich bei der vermittelten Stimmung sehr unbehagen und peinlich berührt fühlen, was dem Film meiner Meinung nach zugute kommt.

Auf imdb.com ist der Film mit 7.6 bewertet – ich würde ihm eine 8/10 geben, da er berührt, wenn man ihn lässt. Er ist eine schöne Abwechslung in der hektischen (Film-)Welt und hat etwas von dem, das ich nur aus deutschen Filmen kenne.

Da ich den deutschen Trailer schlecht finde poste ich Euch den englischen.

Viele Grüße,

Euer GlatzoPatzo

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.