Hanebüchen

Geschrieben von GlatzoPatzo am 11. Juli 2005 | Abgelegt unter Etymologie

Ich habe keine Ahnung wo dieses seltsame Wort herkommt. Bin gerade auf es gestossen (HIER), habe mich daran erinnert dass ich es schon immer seltsam fand und auch schon mal nachsehen wollte wo es seinen Ursprung hat!

Ich versuche mal zu raten:
Vielleicht waren "Hanebücher" früher zum Aufschrieb von unsinnigen Taten da und daraus hat sich das Adjektiv entwickelt.

 

Aber mal sehen was Duden.de hergibt:

ha|ne|bü|chen <Adj.> [älter: hagebüchen = grob, derb, klotzig < mhd. hagenbüechin = aus Hagebuchenholz bestehend (Hainbuche), nach dem sehr knorrigen Holz] (abwertend):
empörend, unerhört (2), skandalös:
ein -er Unsinn; -e Frechheiten, Unverschämtheiten, Lügen, Behauptungen, Unterstellungen, Beschuldigungen; Gestützt auf die -en Aussagen dieser »Zeugen«, fällt Blutrichter Rothaug samt Beisitzern das Urteil: Leo Katzenberger wird im Juni 1942 hingerichtet (Zeit 16. 1. 98, 14); Lektoren, die weit jünger waren, … überfuhren den Chef mit -er Dreistigkeit (Loest, Pistole 239); Es war geschmacklos und h. (Lentz, Muckefuck 178); Rechtsanwälte stöhnen über h. kurze Einspruchsfristen und darüber, dass sie ihre Klienten oft gar nicht zu sehen bekommen (SZ 23. 2. 96, 26).

 

Wikipedia meint dazu:

Als hanebüchen (auch hagebüchen, von mittelhochdeutsch: hagenbüechin) bezeichnet man eine Handlung, die als unglaublich grob anzusehen ist und die einem gewissermaßen die Haare zu Berge stehen lässt. Im Sprachgebrauch wird der Begriff hanebüchen auch in der Verbindung hanebüchener Witz oder hanebüchener Mensch verwendet.

Das Wort beschreibt bildhaft das knorrige, besonders harte und schwer zu bearbeitende Holz der Hainbuche oder Hagebuche und ist bereits für das 18. Jahrhundert belegt.

Da die Hainbuche sehr häufig als Heckenpflanze zum Einfassen eines Hags Verwendung findet, wird sie noch heute regional Hagebuche genannt.

hainbuche.jpgAha, also Hagebuchholz. Wenn mir jetzt noch jemand erklärt wie eine Hage- oder Hainbuche aussieht… 

Links ein Bild von einer Hainbuche (Quelle: Wikipedia).

Ich hätte mir jetzt noch eine Geschichte zu der Entstehung des Ausdrucks gewünscht, aber die Informationen reichen es mir erst mal aus.

Ein guter Helfer in Sachen Wortherkunft dürfte wohl auch Kluges Ethymologisches Wörterbuch sein. 

 

Trackback URI | Kommentare als RSS

Einen Kommentar schreiben